die Bescherung

Die Bescherung (von mittelhochdeutsch „beschern” = „verhängen, zuteilen”) ist ein weihnachtlicher Brauch, eine Familienfeier am Heiligabend, bei der vor allem Kinder  ihre Geschenke bekommen, die meistens unter dem Weihnachtsbaum liegen.

Aber wie läuft die Bescherung ab? Hier drei Berichte:

“(…) Bei uns zu Hause warteten wir in einem fast dunklen Zimmer auf die Bescherung. Dann endlich geschah es: Durch die verhängte Glastür sahen wir im Weihnachtszimmer nebenan Lichtpunkte aufleuchten – erst einen, dann immer mehr. Schließlich, die Spannung war kaum noch auszuhalten, rief uns ein Glöckchen ins Weihnachtszimmer. Strahlend erwartete uns Mutter neben dem leuchtenden Weihnachtsbaum. Wir traten aus dem Dunklen ins warme Licht.(…)”

“Am Abend des 23. wird bei uns das Wohnzimmer zu gemacht, die Kinder dürfen dann bis zur Bescherung nicht mehr da rein. Am 24. gehen wir nachmittags gegen 16 Uhr  in die Kirche. Ich gehe dann irgendwann nach Hause “gucken ob das Christkind schon da war”. Ich bereite dann alles vor, mache Kerzen an und die Lichter am Tannenbaum. Wenn mein Mann und  meine Kinder  dann kommen, klingelt das Glöckchen und alle dürfen ins Wohnzimmer. Da wird dann was gesungen und danach dürfen die Kinder ihre Geschenke auspacken.”

“…am 24. Dezember gegen Mittag wurde der Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt…ab Nachmittag war das Wohnzimmer für Kinder geschlossen!….und dann gegen 17 oder 18 Uhr in die Kirche…und danach…Glastür…Lichter…Glöckchen…glänzende Augen…Stille…Weihnachtslieder…ja, und erst danach durfte man die Geschenke auspacken….ja, Weihnachten wie ich es kenne ist eher besinnlich und andächtig…”

Eine Bescherung um das Jahr 1830

Der Schriftsteller Theodor Fontane beschreibt in seinem Buch  “Meine Kinderjahre” eine Bescherung  um das Jahr 1830 herum:

“Und so, fieberhaft gespannt, sahen wir dem Heilig-Abend entgegen. Endlich war er da. Wie herkömmlich verbrachten wir die Stunde vor der eigentlichen Bescheerung in dem kleinen, nach dem Garten hinausgelegenen Wohnzimmer meines Vaters, das absichtlich ohne Licht blieb, um dann den brennenden Weihnachtsbaum, den meine Mama mittlerweile zurechtmachte, desto glänzender erscheinen zu lassen. Mein Vater unterhielt uns, während dieser Dunkelstunde, so gut er konnte (…) Er sagte dann wohl zu sich selbst, fast als ob er sich auf eine richtige Stimmung hin präparire: „Ja, das ist nun also Weihnachten … An diesem Tage wurde der Heiland geboren … ein sehr schönes Fest …“ und hinterher wiederholte er all diese Worte auch wohl zu uns und sah uns dabei mit zurechtgemachter Feierlichkeit an. Aber eigentlich schwankte er blos zwischen Verlegenheit und Gelangweiltsein und wenn dann zuletzt die Klingel der  Mama das Zeichen gab und wir, nach dreimaligem Ummarsch um einen kleinen runden Tisch und unter Absingung eines an Plattheit nicht leicht zu übertreffenden Verses:

„Heil, Heil, Heil,
Heil, dreifacher Segen,
Strahl’ o heller Lichterglanz
Unsrem Fest entgegen“

über den Flur fort in das Vorderzimmer einmarschirten, war er, mein Vater, wo möglich noch froher und erlöster als wir, die wir bis dahin doch blos vor Ungeduld gelitten hatten.So war es auch an dem hier zu schildernden Weihnachtsabend wieder. Unser Einmarsch, unter Absingung obiger Strophe, war eben erfolgt und verwirrt und befangen, standen wir, auf den Baum starrend, um die Tafel herum, bis die Mama uns endlich bei der Hand nahm und sagte: „Aber nun seht euch doch an, was euch der heilige Christ bescheert hat. Hier das – und diese Worte richteten sich speziell an mich – hier das unter der Serviette, das ist für Dich und Deinen Bruder. Nimm nur fort.“ Und nun zögerten wir auch nicht länger und entfernten die Serviette. Was oben auf lag, weiß ich nicht mehr, vielleicht zwei große Pfefferkuchenmänner oder Aehnliches, jedenfalls etwas, was  uns enttäuschte. „Seht nur weiter“ und nun nahmen wir, wie uns geheißen, auch das zweite Tuch ab. Ah, das verlohnte sich. Da lagen, gekreuzt, zwei schöne Korbsäbel, also genau das, (die gute Schröder hatte recht gehabt,) was wir uns so sehnlich gewünscht hatten. Und so stürzten wir denn auf die Mama zu, ihr die Hände zu küssen. Aber sie wehrte uns ab und sagte auch diesmal wieder: „seht nur weiter“ und in einem Aufregezustand ohne Gleichen, denn was konnte es nach diesem Allerherrlichsten noch für uns geben, wurde nun auch die dritte Serviette fortgezogen. Aber, alle Himmel, was lag da! Ein aus weißem und rothem Leder geflochtener Kantschu, der damals, ich weiß nicht unter welcher sprachlichen Anlehnung, den Namen Peserik führte. Meine Mutter hatte erwartet, unsere Freude durch diese scherzhafte Behandlung des Thema’s gesteigert zu sehen. Aber, nach der Freudenseite hin, gingen meine Gedanken und Gefühle durchaus nicht. (…)”

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