il presepio:eine Krippe mit Temperament

In Italien war damals die Krippe wichtiger als der Weihnachtsbaum. Weihnachtsbäume sind scheinbar ein eher deutscher oder nordeuropäischer Brauch und waren hier  sehr selten, praktisch nie,  zu sehen.

Alles fing  jedes Jahr mit dem Moos Sammeln an. Man ging an den ersten Dezembertagen Moos sammeln (die Hände ganz rot und eiskalt, so dass es sogar eine Redewendung daraus entstanden ist). Dann wurde es  im Keller auf den Boden verteilt damit es trocknete. Als es trocken genug war, wurde es im Flur auf den Boden auf Zeitungspapier ausgelegt. Die Figuren, die schon meiner Mutter als Kleinkind gehört hatten, wurden aus der Presepio-Schachtel rausgeholt, wo sie im Zeitungspapier ruhten. Zu diesem Zeitpunkt, also vor dem Hinstellen der Figuren auf das Moos, begann man in jeder Familie  den Bauplan des Presepio  zu diskutieren und zu entwerfen!! Denn ein Presepio ist nicht nur der bloβe Krippenstall, wo das Christkind geboren wurde. Nein. Ein Presepio ist eine ganze Landschaft.

Zu einer Krippe gehören  natürlich das Jesuskind auf Heu in der Futterkrippe, daneben Maria und Josef, Ochse und Esel, dann der   Verkündigungsengel, Hirten, Schafe und der Komet. Der Krippenstall bestand meistens aus kleinen  Holzscheiten,  die auch mit Moos hier und da bedeckt wurden. Doch es traten immer auch andere Elemente auf:  Brunnen, Lagerfeuer mit Topf in dem  eine Suppe kochte, Holzbündel, eine  Brücke,ein Fluss und ein See aus Stanniolpapier, eine Mühle, Hütten, Palmen, Gänse, Hennen und Küken, ein Hirt mit Schulterschaf,ein Kameltreiber, Wäscherinnen, römische Mauern in einer Landschaft voller Hügel  aus Felsenpapier, Sandwege auf denen Hirten und Schafe zu der Krippe ziehen. Und unvermeidlich  gab es die “Meraviglia”, die Figur mit den hoch gestreckten Armen, die Erstaunen zeigt, weil sie die Nachricht der Geburt Jesus gehört hat.

Die Drei Könige sind am Anfang ganz weiter weg vom Stall aufgestellt. Sie nähern sich der Krippe jeden Tag bis sie am 6.Januar vor der Krippe ankommen, und die Geschenke überbringen. Eine Lichterkette gab es auch, deren kleine Lampen genau platziert wurden, wo  ein Haus oder ein Feuer war. Und  hinten, an der Mauer gehangen, ein blaues Hintergrundpapier mit silbernen Sternen oder einer orientalischen Landschaft.

Stellenweise gab es Schnee, das heißt aufgepudertes Mehl, weil, klar, in Norditalien schneit es  im Winter! Die gesamte Darstellung war nämlich eine Verschmelzung des weltlichen mit dem religiösen Element, von Palästina und Italien, von Geschichte und Gegenwart. Die Athmosphäre war menschlich, warm, lebensecht. Ein Presepio ist nicht die genaue, wirklichkeitsgetreue Reproduktion der Geburt Christi, er soll das Gefühl, die Stimmung der Freude, der Liebe, der Hoffnung, der Geborgenheit wecken, die mit der Geburt Christi verbunden sind. Egal ob man gläubig ist oder nicht.

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